Was die koide Sophie mit dem Papst zu tun hat

Im August 2017 haben wir in unserer Rubrik Bairisch für Fortgeschrittene gefragt was denn die koide Sophie ist.

Ergebnis der Umfrage Bairisch für Fortgeschrittene August 2017Möglicherweise wegen der Ferien hatten dieses Mal nur sieben Teilnehmer. Diese erwiesen sich aber wieder einmal als Bairisch-Experten. Vollkommen zurecht hielt niemand die koide Sophie für eine frigide Frau. Immerhin ein(e) Teilnehmer(in) kennt die koide Sophie als Nachspeise. Wir wünschen einen guten Appetit, aber tatsächlich ist die koide Sophie (hochdeutsch: kalte Sophie) eine der Eisheiligen. Die Eisheiligen suchen uns im Mai heim und beginnen am 11. Mai mit Mamertus (mancherorts auch am 12. Mai mit Pankratius). Während die Luft im Mai eigentlich schon recht warm ist, strömt zu dieser Zeit gerne einmal kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Da sie in den Süden ein wenig länger braucht, beginnen die Eisheiligen in Norddeutschland am 11. Mai (Mamertus) und in Süddeutschland am 12. Mai (Pankratius). Es folgen Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und schließlich besagte Sophie (Sophia) am 15. Mai. Diese Bauernregeln hat jedoch einen entscheidenden Fehler: sie stammt aus der Zeit des Julianischen Kalenders, doch 1582 wurde der Gregoriansche Kalender (benannt nach Papst Gregor XIII, 1502-1585) eingeführt und daher sollte diese meteorologische Besonderheit eigentlich acht Tage später stattfinden, die Namensgebung der Tage blieb aber gleich.

Im September 2017 wollen wir von Ihnen weißen was Beiß ist. Wie immer haben wir drei Möglichkeiten zur Auswahl und freuen uns auch über zuagroaste Teilnehmer.

In der aktuellen Ausgabe des Rundbriafs (Nr. 89 aus dem Juli 2017) des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. wird unser monatliches Quiz erwähnt. Das Quiz entsteht auch in Zusammenarbeit mit Gerhard Holz aus Feldmoching vom FBSD e.V., der uns regelmäßig mit neuen Begriffen versorgt.